|
Mit der Maxim Gorkiy ins ewige Eis
Große Nordlandreise 2008
Schottland - Island - Spitzbergen - Norwegen |
![]() |
|||||
|
|
|
||||
|
29.06.2008 - Bremerhaven
Lange genug hatte es gedauert, das Warten auf diesen Tag. Es sollte unsere letzte Fahrt mit der Maxim Gorkiy werden, eine Abschiedsreise in dem Jahr, in dem das Schiff nach 20 Jahren die Phoenix-Flotte verlassen wird.
Dementsprechend sollte es auch die Route sein, mit der alles für mich anfing. Seit der Havarie 1989 im Nordpolarmeer zog mich das Schiff in seinen Bann und ließ mich seitdem nicht mehr los. Da lag es nahe, dass die Abschiedsreise mit der Maxim genau diese Route nehmen musste:
Die Nordlandreise ins ewige Eis.
Um 15 Uhr startete der Check-In in Bremerhaven, und von da an ging alles ganz schnell: Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka begrüßte uns freundlich an der Gangway, Reiseleiter Thomas hieß uns anschließend willkommen und leitete uns weiter an das russische Besatzungspersonal, das uns dann zu unserer Kabine begleitete. Was für ein Empfang! Gut, es war nicht die erste Reise mit der Maxim Gorkiy, aber dass uns irgendwie alle wiedererkannten, damit hätte ich nicht gerechnet!
"Willkommen zu Hause" hieß es, und das waren bei Weitem mehr als nur so dahingesagte Worte! Bei der Sitzplatzreservierung wurden wir von Maitre d' Hotel Svetlana Bykowa empfangen, die sich sogar noch daran erinnerte, an welchem Tisch wir vor 2 Jahren gesessen hatten! Wo gibt es sowas heute noch? Einfach klasse!
Dann ab in den Musiksalon, wo es leckere Frikadellen, Würstchen, Salate sowie eine köstliche Kuchenauswahl gab. Laufend kamen die mit einer Tee- und einer Kaffeekanne "bewaffneten" Servicedamen vorbei und machten uns die Tassen voll. Wir waren "zu Hause" angekommen.
Pünktlich um 19h verabschiedete sich "TS Maxim Gorkiy" dann von der Columbuskaje und nahm Kurs auf Kirkwall auf den Orkney Inseln. Beim "Gute-Reise-Abendessen" im Restaurant Odessa lernten wir dann unsere Tischnachbarn kennen, mit denen wir eine sehr schöne gemeinsame Zeit verbringen sollten.
Auch wenn heute das Fussball-EM-Endspiel in allen Bars und Lounges übertragen wurde, das Ende habe ich nicht mehr mitbekommen. Müde, erschöpft und glücklich über den gelungenen Auftakt der Reise fiel ich schon um 22 Uhr ins Bett und schlief tief und fest, während die Maxim Kurs aufs offene Meer nahm...
|
|
||||
|
30.06.2008 - Seetag
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, früh aufzustehen und schon im Morgengrauen an Deck zu klettern, aber da machte mir mein tiefer Schlaf einen Strich durch die Rechnung. Auf See schlafen ist eben einfach etwas anderes, da sollte man sich schon mal den Wecker stellen, will man nicht vom sanften Wiegen auf den Wellen eingelullt viel zu lange im Bett verbringen... ;-)
Also... aus dem angestrebten Early-Bird-Frühstück im Lido-Café wurde nichts mehr, stattdessen ging es nach einem kurzen Gang über Deck direkt ins Restaurant Odessa.
Nach dem Frühstück bot das Tagesprogramm eine Menge Alternativen an: Ein Vortrag über die Orkney Inseln stand ebenso zur Wahl wie ein Rundgang über die Maxim mit Reiseleiter und zweitem Kreuzfahrtdirektor Helmut Rüdel sowie diverse andere Aktivitäten, von Qi Gong bis hin zum "Tag der offenen Tür" im Bereich des Innenschwimmbads.
Also was tun? Am Besten: Bei wunderbarem Sonnenschein über Deck laufen und an der Neptun-Bar ein leckeres Bier frisch vom Fass verputzen! ;-) Denn wir hatten an diesem ersten Tag auf See traumhaftes Wetter, womit wir hier auf der Nordsee so gar nicht gerechnet hatten. Und eben dieses Wetter verleitete dazu, über das Schiff zu flanieren, all die vielen gemütlichen Räume und Außendecks zu besuchen, auf strahlende Gesichter zu treffen und neue Leute kennenzulernen.
An der Neptun-Bar achtern zu sitzen und bei strahlendem Sonnenschein über das Meer und das Kielwasser zu schauen... was kann es Schöneres geben? Und eins wurde auch schnell deutlich: Die Stimmung an Bord war richtig klasse!
Ein besonderes Highlight des Tages: Gegen 10 Uhr hatten wir die MS Amadea eingeholt, die ihrerseits auf großer Nordlandreise war und mit Kurs Invergordon in einer Entfernung von ca. 1 km von der Maxim entfernt fuhr. Altes und neues Phoenix-Flaggschiff vereint bei herrlichem Wetter mitten auf der Nordsee, das war schon eine besondere "Inszenierung". Den ganzen Tag kreuzten die beiden Schiffe in Sichtweite, bis am Abend dann jeder nach und nach seinen eigenen Kurs einschlug.
Am Abend fand dann an Bord der Maxim der traditionelle Begrüßungs-Cocktail statt. Kapitän Alexander Nosko und Kreuzfahrt-Direktor Klaus Gruschka begrüßten in der Galerie jeden Gast persönlich, bevor dann beide im Musiksalon bei einem Glas Sekt eine kurze Ansprache hielten und uns Gästen die Schiffs- und Bordreiseleitung vorstellten. Danach ging es wie immer in die Restaurants, wo ein leckeres "Willkommens-Dinner" in festlichem Rahmen serviert wurde.
Im Musiksalon stellten sich dann am späten Abend die mitreisenden Künstler vor, hier wählte ich jedoch mein eigenes Abendprogramm was da lautete: Spaziergang über die Aussendecks und den Blick über die Weiten der Nordsee schweifen lassen... irgendwo in der Ferne ging dann gegen 23 Uhr die Sonne unter.... die Amadea war mittlerweile zu einem kleinen Punkt am Horizont geworden...
Als Mitternachtssnack gab's dann spät noch flambierte Früchte und Eis! Man hatte ja sonst noch nichts gegessen heute... ;-)
|
||||
| 01.07.2008 - Kirkwall
Hatten wir gestern noch ausgezeichnetes Wetter, so empfingen uns die Orkney Inseln mit Wind, grauem Himmel und ergiebigem Nieselregen.
Gegen 6 Uhr morgens näherte sich TS Maxim Gorkiy dem kleinen Örtchen Kirkwall, wo wir auf Reede liegen und mit den drei gedeckten Tenderbooten an Land gebracht werden sollten. Dies gestaltete sich jedoch anfangs gar nicht so einfach, da der Wind stark ablandig war und die Tenderboote länger bis zur Küste brauchten als ursprünglich veranschlagt.
Wir hatten heute keinen organisierten Ausflug gebucht, sondern wollten Kirkwall auf eigene Faust erkunden. Gut gestärkt am umfangreichen Frühstücks-Buffet bestiegen wir gegen 10 Uhr eines der Tenderboote, das uns durch die Gischt innerhalb von knapp 15 Minuten sicher an Land brachte.
Bei Regenwetter sieht keine Stadt besonders ansprechend aus, und so war es auch mit Kirkwall. Ein kleiner Hafen, Häuser in typischer schottischer Bauweise und einige verwinkelte kleine Strassen prägten das Bild dieses kleinen Ortes. Einziges Highlight: Die St. Magnus Cathedral als Mittelpunkt der kleinen Altstadt, deren Innenräume besonders sehenswert sind.
Zurück an Bord wurde dann unter anderem ein Vortrag zum Thema "Wie kommt das Wetter ins Fernsehen" vom bekannten TV- Meteorologen Uwe Wesp angeboten, der auch an den kommenden Tagen immer wieder Vorträge zum Thema Wetter hielt.
Gegen Nachmittag wurden wir dann über Bordlautsprecher darüber informiert, dass uns auf er bevorstehenden Passage des Nordatlantiks in Richtung Reykjavik ein umfangreiches Tiefdruck- gebiet erwarten würde. Windstärke 8 und Wellenhöhen bis zu 5 Metern wurden angekündigt und die Passagiere gebeten, lose Gegenstände in ihren Kabinen zu sichern.
In gespannter Erwartung nahmen wir also Kurs auf Reykjavik....
|
|
||||
![]() |
02.07.2008 - Seetag
Die Nacht blieb ruhiger als erwartet. Zwar schaukelte sich die Maxim Gorkiy aufgrund einer langgezogenen Dünung eindrucksvoll über das Meer, aber der angekündigte Sturm blieb aus.
Für mich gibt es ja ohnehin nichts Schöneres, als wenn das Schiff sich auf See im Rhythmus der Wellen bewegt, denn schließlich war es ja eine Seereise und kein Strandurlaub.;-) Abgesehen davon schlafe ich eh am Besten, wenn die Schiffsbewegung mich sanft in den Schlaf wiegt... von daher fühlte ich mich heute pudelwohl...
Auch wenn das Wetter alles andere als freundlich und der Himmel grau bis neblig war und teilweise auch ein wenig Regen fiel, stand ich oft und lange vorne an Deck und genoss, wie sich der Bug der Maxim Gorkiy anhob um kurz danach wieder ins Wellental sanft hinabzugleiten. Ein tolles Schauspiel und für mich Erholung pur!
Das Gleiche am Heck: Stundenlang ins aufgewühlte Kielwasser schauen und beobachten, wie das Schiff die Wellen "abreitet", dazu eine leichte Brise um die Nase, viel schöner geht nicht mehr.
Und so genoss ich diesen Tag als absoluten Erholungstag zwischen Seeluft, sehr gutem Essen, leckeren Kuchenstücken und netten Gesprächen an Deck, während unsere Maxim mit gut 18 Knoten und langsamen Rollbewegungen weiter Kurs auf die Küste Islands und die Hauptstadt Reykjavik nahm.
Leider ist in Island mit Wirkung vom 01.07.2008 ein neues Gesetz in Kraft getreten, das es Schiffen untersagt, sich näher als 6 Seemeilen der Insel Surtsey zu nähern. Wir waren also genau zwei Tage zu spät hier, denn die neue Regelung bedeutete für uns, dass wir von Surtsey und den Westmänner Inseln leider gar nichts gesehen haben.
Mit einem leckeren Holsten und ein paar kleinen Wodkas abends an der Neptun-Bar mit Blick aufs dunkle Meer ging dennoch ein erfüllter und geruhsamer Seetag zu Ende.
|
||||
|
03.07.2008 - Reykjavik
Wäre es nach dem Wetter gegangen, das uns am frühen Morgen in Islands Hauptstadt empfing, hätte heute mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit niemand das Schiff verlassen: Graue Wolken hingen tief über der Maxim, als wir uns dem Hafen von Reykjavik näherten. Hinzu kam dieser unangenehme Regen, der im unpassendsten Winkel direkt von vorne auf uns niederging...fies..!
Gegen halb neun machte die Maxim an der Pier fest, und dann ging es ziemlich zügig in die jeweiligen Ausflugsbusse. Das Procedere verlief hierbei reibungslos, die Organisation und die Durchführung der Ausflüge durch Phoenix waren einwandfrei!
Wir hatten den Ganztagesausflug "Gullvoss-Wasserfall und Geysir" gebucht. Kurz nach halb zehn bestiegen wir unseren Bus und fuhren zunächst durch das regnerische Reykjavik. Die Stimmung war zu Beginn noch etwas gedrückt, da uns auch unser isländischer Reiseleiter keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung machte.
Nach einer beeindruckenden Fahrt durch teils bergiges Gebiet und die anschließende Tiefebene erreichten wir zunächst einen Vulkankrater. Da ich so etwas noch nie zuvor gesehen hatte, war ich sehr angetan von dem, was sich uns da bot. Endlich hatte es auch aufgehört zu regnen, so dass sich die ganze Busladung um die Abgründe des Kraters scharen konnte.
Weiter ging es in ein Geysirgebiet. Hier wurden wir zunächst zum Lachsessen ins "Hotel Geysir" gebeten, wo wir mit Blick auf das Geysirfeld abgefüttert wurden. Und dann, wie bestellt, kam sie endlich: Die Sonne!! Womit kaum einer mehr gerechnet hatte, wurde dann doch noch wahr! Der Himmel riss auf, und bei einem wunderschönen Spaziergang über das Geysirfeld konnten wir die seismischen Aktivitäten hautnah erleben.
Der sehr aktive Geysir "Strokkur" zeigte was er konnte und begeisterte Hobbyfotografen, Videofilmer und alle, die sich von diesem Naturschauspiel in seinen Bann ziehen ließen.
Ein wunderschönes Erlebnis!
Weiter ging es zum "Gullvoss"-Wasserfall. Auch hier tat sie Sonne ihr Übriges, und so ließen wir uns faszinieren von den herabstürzenden Wassermassen, der sprühenden Gischt und dem lauten Getose, mit dem der Gullvoss in die Tiefe rauschte. Dies sind so die Erlebnisse, von denen man wohl auch noch zehren wird, lange wenn die Reise selbst schon lange vorbei ist. Traumhaft!
Durch eindrucksvolle Landschaftszüge ging es von nun an kreuz und quer durch den Südwesten Islands, vorbei an Thingvellir, der Gründungstätte des isländischen Parlaments, und einem damaligen Versammlungsplatz hin zu der Stelle, wo die nordamerikanische und eurasische Kontinentalplatte aufeinander treffen bzw. sich immer weiter auseinander bewegen.
Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir dann weiter in Richtung Reykjavik, wo wir nach einem weiteren Stop an einem Aussichtspunkt und einer kurzen Stadtrundfahrt schließlich bei bestem Wetter wieder den Hafen erreichten. In strahlendem Sonnenschein lag sie da: Unsere Maxim! :-)
Es dauerte nicht lang, da erklang die Auslaufmelodie, und wir verabschiedeten uns von Reykjavik, um Kurs auf das im Norden Islands gelegene Akureyri zu nehmen.
In den Restaurants wurde heute ein leckeres skandinavisches Abendessen mit viel Fisch serviert. Da mich die Abendunterhaltung an Bord ohnehin nicht sehr ansprach, beschloss ich den Abend auf der Freifläche unterhalb der Brücke zu verbringen, wo ich gemeinsam mit anderen Mitreisenden bizarre Licht- und Schattenspiele am Himmel beobachtete, während sich die Maxim immer weiter ihren Weg Richtung Norden bahnte.
Müde und erschöpft fiel ich nach einiger Zeit schließlich in meine "Koje".
|
|
||||
|
|
|||||
![]() |
![]() |
![]() |
|||
|
Der "Strokkur" bei der Arbeit...
|
|||||
![]() |
|||||
|
... hier der "Gullvoss"-Wasserfall.
|
|||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
|
04.07.2008 - Akureyri
Nebel, Nebel.... nichts als Nebel.... der morgendliche Gang an Deck offenbarte heute nichts Gutes: Draußen hingen die Wolken tief, als sich die Maxim ihren Weg in den Eyjafjord bahnte. Aber da wir ja bereits am gestrigen Tag gelernt hatten, wie schnell das Wetter hier oben umschlagen kann, störte uns diese "dicke Suppe" nicht.
So ein Nebel am Morgen birgt hingegen ganz ungeahnte Möglichkeiten, und so wurde an der Neptun Bar am Achterdeck draußen ein Frühschoppen angeboten. Weißwurst und Brezel im Freien, umgeben von dicken Nebelwolken irgendwo im Fjord nördlich von Island... ... das hatte was.. ;-)
Gegen 14.30h erreichten wir schließlich Akureyri, wo schon die "Marco Polo" an der Pier lag. Ich hatte dieses Schiff vorher noch nie "in Natura" gesehen, umso gespannter beobachtete ich, wie wir langsam an ihr vorbeizogen, um unseren Anker zu werfen. Die "Marco Polo" gefiel mir äußerlich recht gut, ein klassisches Schiff, das allerdings auf kleinerem Raum deutlich mehr Passagiere befördert, als es die Maxim tut. Und so war ich mal wieder froh, auf dem richtigen Schiff zu sein..;-)
Da die Maxim zu groß für die Pier von Akureyri ist, wurden wir wieder mit den Tenderbooten an Land gebracht. Es folgte ein Ausflug im Regen, der uns quer durch das nördliche Binnenland zum Mückensee "Myvatn" und zum Wasserfall der Götter, dem "Godafoss" brachte.
Besonders interessant war ein Spaziergang über ein Feld brodelnder Schlammpfuhle bei Námaskard, wo es überall zischte, dampfte und ordentlich nach Schwefelwasserstoff roch. Hier erlebten wir hautnah, welche Kräfte unter der Erde schlummern. Trotz Regen ein einmaliges Erlebnis!
Leider war der Ausflug in etwa so lang wie die gesamte Liegezeit der Maxim Gorkiy in Akureyri, was zwangsläufig zu Sorgen im Bus führte, ob es denn wohl noch ein Abendessen geben würde, wenn wir so spät wieder zurück an Bord kämen. Angesetzt war laut Programm das Essen für 19.00 Uhr, zu diesem Zeitpunkt waren wir allerdings noch ca. 80 km vom Schiff entfernt.
Diese Sorgen sollten sich als absolut unnötig erweisen, denn kaum entstiegen wir unserem Tenderboot und kletterten die schwimmende Gangway hoch, wurden wir auch schon vom Kreuzfahrtdirektor begrüßt, der uns einen guten Appetit wünschte. Ein super Service, denn nun wurde in allen Restaurants gegen 21.30 Uhr noch ein volles Abendessen serviert!
Mit leichter Verspätung verabschiedete sich dann "TS Maxim Gorkiy" von Akureyri und nahm Kurs auf Spitzbergen. Auf den Aussendecks konnten bizarre Wolkenformationen und beeindruckende Lichtspiele an eisbedeckten Berghängen beobachtet werden, als wir den Eyjafjord entlang fuhren. Die Decks waren gut bevölkert und sämtliche Lounges bis spät in die Nacht gefüllt.
Heute war die erste Nacht, in der die Sonne nicht nehr untergehen sollte. Erste Wale wurden gesichtet, und gegen 2.00 Uhr überfuhr die Maxim schließlich den Nordpolarkreis.
|
||||
|
05.07.2008 - Seetag / Passage Jan Mayen
Dieser Tag begann, wie der vorherige aufgehört hatte: Nebelig. Mit ca. 18 Knoten bahnt sich die Maxim ihren Weg nach Norden, und wer seine Nase auf die Außendecks halten wollte, musste sich schon richtig warm anziehen. Eiskalt blies es draußen um die Ecken, so dass sich langsam Ernüchterung breit machte und die Hoffnung immer weiter sank, ob man am Abend wohl Jan Mayen sehen würde.
Die Stimmung aufgelockert wurde dann allerdings durch die wirklich lustig inszenierte Polartaufe im Musiksalon. Neptun, die Hoheit der Meere und sein Gefolge waren an Bord gekommen, um alle vom irdischen Staub Beschmutzten zu untersuchen, zu stempeln, mit lauterem Wasser zu reinigen und in sein eisiges Reich einzulassen, sofern sie für würdig befunden wurden.
Am Ende des Tages lag dann die entsprechende Urkunde, dass man "erfolgreich" den Polarkreis überquert hatte, in der Kabine. Ein richtig nettes Souvenir und eine schöne Erinnerung an die TS Maxim Gorkiy.
Abends gab es dann den bekannten "Russischen Abend". Die Besatzungsmitglieder gaben ihr Bestes um die Gäste mit Tanz und Gesang zu unterhalten. Für mich persönlich das einzig wirklich empfehlenswerte Abendprogramm auf der Maxim.
Unmittelbar nach der Show geschah dann das, was wohl niemand mehr für möglich gehalten hatte: Über Bordlautsprecher verkündete Kreuzfahrtdirektor Gruschka, dass wir uns nun der Insel Jan Mayen näherten und dass sich der Nebel vollkommen gelichtet hätte!
Ich war zu dem Zeitpunkt in meiner Innenkabine und konnte es kaum glauben. Alle Passagiere liefen wie von der Tarantel gestochen an Deck, und dann lag sie auf der Steuerbordseite komplett in der Sonne:
Jan Mayen! Ein Traum!
Keine Nebelbänke mehr, einfach nur blaues Wasser, strahlende Sonne und im Mittelpunkt die Insel, auf die wir den ganzen Tag gewartet hatten!
Eine wunderbare Stimmung machte sich an Bord breit. Strahlende Gesichter, Fotokameras im Dauerfeuer, auf den Aussendecks wurde Glühwein gereicht. Auch der "Beerenberg" erstrahlte, während Kapitän Nosko das Schiff noch ein Stück näher an die Insel steuerte.
Die Mitternachtssonne schien was das Zeug hielt, und die Maxim zog langsam ihren Weg durch das kristallklare Wasser. Man hatte das Gefühl, es sei 12 Uhr Mittags und das, obwohl es in Wirklichkeit bereits kurz vor Mitternacht war.
Nach der Passage traf man sich in den Salons an den großen Fenstern und schaute noch lange aufs Meer in der Hoffnung, vielleicht noch den einen oder anderen Meeressäuger zu entdecken.
|
|
||||
![]() |
![]() |
||||
|
Die Passage vorbei an Jan Mayen...
|
|||||
![]() |
|||||
|
Der Beerenberg in der Mitternachtssonne:
|
|||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
![]() |
06.07.2008 - Seetag
Strahlende Sonne begrüßte uns, als wir aus dem Bett krochen und nach dem heutigen Wetter Ausschau hielten! Blaues Meer, klarer Himmel und Sonnenschein, so begann dieser Tag, und die Maxim war immer noch unterwegs schnurstracks Kurs 23 Grad Richtung Spitzbergen.
Heute sollte nicht viel passieren, ein Seetag eben, der viel Zeit ließ zur Entspannung, zum Lesen, Plantschen, zum Sport machen oder zum Sonnenbaden auf den Aussendecks. Es war gar nicht mal so kalt, und richtig angezogen konnte man es recht lange unter freiem Himmel aushalten.
Da heute Sonntag war, wurde in den Restaurants erstmal ein leckeres Lachsfrühstück angeboten. Anschließend gab es Vorträge über Spitzbergen im Maxim-Theater, und am Außenpool zeigte ein Küchenartist, wie man aus einem dicken Eisblock eine interessante Skulptur zaubern kann.
Gegen 18 Uhr hatten wir noch immer wolkenlosen Himmel und eine Außentemperatur von 8 Grad. Bis zum Magdalenenfjord waren es noch ca. 340 Seemeilen, seit unserem letzten Hafen Akureyri hatten wir bereits in etwa 730 Seemeilen zurückgelegt.
Am Abend gab es im Musiksalon eine zweite Ausgabe des "Russischen Abends", wer anschließend allerdings einen Gang nach draußen machte, sah, dass sich erneut dicker Nebel um die Maxim gehüllt hatte und die Sonne nur noch schemenhaft zu erkennen war. Unser Optimismus, was das Wetter für den morgigen Tag anging, wurde etwas gebremst...
|
||||
|
07.07.2008 - Spitzbergen
Gegen 8 Uhr erreichte TS Maxim Gorkiy den Kongsfjord. Hier wurde ein Tenderboot zu Wasser gelassen, da sämtliche Postkarten, die die Passagiere an den Vortagen geschrieben hatten, heute von Besatzung und Reiseleitung von Bord gebracht werden sollten.
In Ny Alesund befindet sich das nördlichste Postamt der Welt, und von dort sollten insgesamt 1326 Postkarten und Briefe in die Heimat verschickt werden.
Gespannt standen wir an Deck und beobachteten die bizarre Fels- und Eislandschaft, die wir hier vorfanden. Noch bevor das Tenderboot zu Wasser gelassen war, tauchte neben unserem Schiff ein Wal auf. Er schien neugierig zu sein und näherte sich auf recht kurzer Distanz. Kurz darauf war die komplette Steuerbordseite bevölkert, jeder wollte das Tier aus nächster Nähe ablichten. Eindrucksvoll konnte seine Luftfontaine an der Wasseroberfläche, seine Rückenpartie samt Finne und beim Abtauchen seine große Schwanzflosse beobachtet werden.
Immer wieder erschien der neugierige Wal an der Steuerbordseite, auch wenn in zunehmend weiterer Distanz zum Schiff.
Nachdem das Tenderboot mit unserer Post für Ny Alesund unterwegs war, wendete die Maxim und nahm Kurs auf den Krossfjord um kurz danach in den Lillehöökfjord einzufahren. Leider waren die Witterungsverhältnisse nicht ideal, so dass sich der Lillehöökgletscher hinter einer dichten Nebelwand versteckte. Man konnte mit bloßem Auge ein Treibeisfeld gut erkennen, hinter dem sich der Gletscher befand. So wendete also unser Schiff erneut, um unser kleines Tenderboot auf dem Rückweg wieder aufzusammeln und anschließend Kurs zu nehmen auf den Höhepunkt des Tages:
Den Magdalenenfjord!
Was dann geschah, damit hatte an Bord wohl wirklich niemand mehr gerechnet. Die ganze Mittagszeit über umgab das Schiff eine dicke Nebelschicht, die Hoffnung, den Magdalenenfjord überhaupt einigermaßen sehen zu können, schwand von Minute zu Minute. Auf den Außendecks war es kalt und windig. Auch hatten wir noch keine Informationen darüber, ob heute Eisbären an Land gesichtet worden waren und ob ein Landgang überhaupt möglich sein würde.
Doch dann geschah es: Kurz nachdem die Maxim ihren Kurs änderte um in den Fjord einzubiegen, riss die Nebelwand auf und strahlend blauer Himmel ohne ein Wölkchen am Himmel empfing uns! Und vor uns die wunderbare Landschaft des Magdalenenfjordes, der strahlend weiß und auf eine Art fast mystisch vor uns lag!
Langsam schob sich die Maxim weiter vor in den Fjord in Richtung unserer Ankerposition unweit der Gräberhalbinsel. Über Bordlautsprecher wurden wir darüber informiert, dass die ortsansässigen Ranger und Eisbärenjäger die letzten Eisbären vor 3 Tagen im Fjord gesehen hätten und dass man uns willkommen hieß! Die Freude stieg und stieg! Es ist ein unglaubliches Gefühl, in diesen Fjord bei solchen Witterungsverhältnissen einzufahren, eigentlich kaum zu beschreiben!
Kreuzfahrtdirektor Gruschka machte uns noch einmal mit einigen Verhaltensregeln vertraut, unter anderem, dass - falls das Wetter umschlagen sollte oder Eisbären gesichtet würden - das Schiffstyphon erklingen würde und sämtliche Passagiere dann unverzüglich zu den Tenderbooten zurückzukehren hätten.
Aber dazu kam es zum Glück nicht. Da es im Magdalenenfjord keine Anlegestelle für unsere Tenderboote gab, wurden zunächst schwimmende Pontons an Land gebracht und dort verankert. Anschließend begann das Ausbooten der Passagiere. Zudem errichtete die Besatzung eine kleine Bar, an der wärmende und hochprozentige Getränke ausgegeben wurden.
Es war einfach nur traumhaft. Es war so still in diesem Fjord, dass selbst die Motorengeräusche der kleinen Tender als störend empfunden werden könnten. Hinter der Gräberhalbinsel gab es Walrösser zu sehen, und ein mutiges Besatzungsmitglied nahm zur Belustigung der Anwesenden ein Bad im ca. 4-5 Grad warmen Wasser. Wer sich zu nah den Gelegen der Küstenseeschwalbe näherte, wurde von ihr aus der Luft attackiert, so dass man hier besser Abstand halten sollte. Die Bilder des Tages drücken die Stimmung und Eindrücke meiner Meinung nach am Bestens aus.
Mit dem Auslaufen der Maxim Gorkiy gegen 20 Uhr ging ein wunderbarer Tag in einem bezaubernden Flecken unserer Welt zu Ende. Im Außenpoolbereich gab es leckere Grillspezialitäten, und Abends konnte man in den Bars einen Drink mit etwa 1000 Jahre altem Gletschereis probieren, das zuvor im Fjord von der Besatzung einfangen worden war. Wenn man sein Ohr an das Wodka-Glas hielt, war deutlich das kräftige Knistern des Eises hören - ein tolles Erlebnis, so altes echtes Gletscher-Eis einmal in seinem Glas zu haben!!
|
|
||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
|
|
||||
![]() |
![]() |
||||
|
|
|||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
|
|||||
![]() |
![]() |
||||
|
|
|||||
![]() |
|||||
| Hier klicken für Video: "TS Maxim Gorkiy im Magdalenenfjord"
|
|||||
|
08.07.2008 - Barentsburg
Es war ganz früh am Morgen, so gegen 7 Uhr, als sich die Maxim Gorkiy nach der Passage des Isfordes nun im kleinen Nebenarm, dem Adventsfjord befand. Hier liegt Longyearbyen, die Hauptstadt von Svalbard. Sie liegt mit ihren knapp 1500 Einwohnern auf dem 78. nördlichen Breitengrad und wird von den meisten Kreuzfahrtschiffen auf ihren Spitzbergenrouten angelaufen.
Über Bordlautsprecher wurden wir Passagiere wie üblich mit den wichtigsten Informationen versorgt. Ein Stopp war hier jedoch nicht geplant, denn die Maxim hatte - anders als die meisten anderen Kreuzfahrtschiffe - ein anderes Ziel:
Barentsburg, die kleine russische Siedlung auf norwegischem Boden in Svalbard.
Barentsburg und die TS Maxim Gorkiy haben eine besonders enge Bindung. Als die Maxim 1989 im Treibeisfeld havarierte, wurden sämtliche Passagiere evakuiert und vom Flughafen in Longyearbyen mit der LTU zurück nach Deutschland geflogen. Nachdem die Maxim auf See stabilisiert werden konnte, kam sie nach Barentsburg wo weitere Reparaturen erfolgten, bevor sie schließlich aus eigener Kraft ihren Weg nach Bremerhaven antreten konnte.
Gegen 9 Uhr erreichten wir Barentsburg, wo die Maxim wegen der Wassertiefe nicht ankern konnte und somit mit Maschinenkraft auf Reede lag, während die Tenderboote zu Wasser gelassen wurden um die Gäste an Land zu bringen.
Barentsburg ist ein wirkliches Kontraktprogramm zu sonstigen üblichen Kreuzfahrtzielen. Die kleine Siedlung ist mehr und mehr dem Verfall preisgegeben, den man schon vom Schiff aus deutlich erkennen konnte. Als wir mit den Tenderbooten dann an Land gesetzt wurden, waren wir quasi in einer völlig anderen Welt: Baufällige Häuser und Wohnblocks im sowjetischen Stil, uralte LKW und eine kalte Stimmung, die durch den schwarz in der Entfernung qualmenden Schornstein des Bergwerks noch verstärkt wurde, erwarteten uns.
Über eine schiefe und notdürftige reparierte Treppe mit ca. 200 Stufen ging es bergan in den "Ortskern". Hier gab es keinen organisierten Landgang, die Gäste hatten Gelegenheit, sich Barentsburg komplett auf eigene Faust anzuschauen. An den wichtigen Punkten standen wie üblich Phoenix-Mitarbeiter, um uns mit Infos zu versorgen und uns den richtigen Weg zu weisen.
Gegen 11 Uhr wurden wir ins Theater des Ortes zu einer Folklore-Veranstaltung eingeladen, die von den Bewohnern von Barentsburg für die Kreuzfahrtgäste organisiert wurde. Die Trachten waren handgenäht, und man merkte den Sängern und Tänzern ihre Freude bei der Darbietung an. Diese ca. 45 Minuten dauernde Vorstellung war einfach nur klasse, was sich sowohl im heftigen Applaus als auch in den vielen Geldscheinen ausdrückte, die die Passagiere der Maxim Gorkiy beim Verlassen des Saales im Vorraum als Anerkennung hinterließen.
Wer wollte konnte nun noch im Souvenirshop stöbern, bevor es dann gegen 12 Uhr schon wieder zurück zum Tenderboot ging. Viel zu früh, wie ich finde, denn ich hätte es noch viel länger in Barentsburg ausgehalten. Reiseleiter Thomas sagte es vor Ort recht deutlich: Bei uns an Bord der Maxim gab es an diesem Abend das große Gala-Buffet, während die Menschen in Barentsburg sich ein Kreuzfahrtschiff maximal von außen anschauen können... insofern konnte der Besuch hier auch einmal zum Nachdenken anregen.
Mich hat Barentsburg sehr beeindruckt. Es ist mal ein ganz anderes Ziel in eine völlig andere Welt, fernab von allem Kommerz und Glitzern. Ich bin froh, dass es noch deutsche Kreuzfahrtanbieter wie Phoenix gibt, die solche Ziele im Programm haben und hoffe, dass Barentsburg auch in Zukunft noch angefahren wird, auch wenn es die Maxim auf dem deutschen Markt nicht mehr geben wird.
Denn genau darin liegt ein großer Unterschied zu den großen internationalen Reedereien und Kreuzfahrtanbietern: Ein solches Ziel wird man bei ihnen lange suchen und doch nicht finden.
Zurück an Bord erklang die Auslaufmelodie, die Maxim verabschiedete sich von Spitzbergen und nahm Kurs auf das Nordkap.
Anderthalb Seetage lagen wieder vor uns und für die musste man ja gestärkt sein: Damit dies auch gewährleistet war und bloß niemand vom Fleische fiel wurde es am Abend festlich an Bord: In den Restaurants gab es das große Gala-Buffet!
Vom Abendprogramm hab ich auch heute wieder nicht viel mitbekommen, dafür laufe ich viel zu gerne nach dem Essen über die leeren Außendecks, was gerade im Anzug mal etwas ganz anderes ist... ;-)
Eine kleine, aber wie ich meine ganz besondere Begebenheit ereignete sich heute am frühen Abend am Rande auch noch: Gegen 18 Uhr informierte Kreuzfahrtdirektor Gruschka über Bordlautsprecher die Passagiere, dass die Maxim einen Funkspruch des Küstenwachschiffes "Senja" erhalten hatte, die sich unserem Schiff an Steuerbord etwas weiter nähern wollte.
Die "Senja" ist das Schiff, das damals bei der Havarie als Erste bei der Maxim war, um die zu evakuierenden Gäste aus den Rettungsbooten und teilweise auch von den herumschwimmenden Eisschollen zu retten, während die Maxim immer mehr über Bug in Schräglage geriet.
Heute also gab es ein fast historisches Wiedersehen auf hoher See. Kapitän Nosko ließ das Schiffshorn zum Gruß ertönen, und die beiden Schiffe fuhren laut hupend aneinander vorbei. Ein für mich ergreifender Moment!
|
||||
|
09.07.2008 - Seetag & Nordkapp
Heute stand auf unserem Weg zum Nordkapp mal wieder ein Seetag auf dem Programm, an dem jeder tun und lassen konnte, was er wollte.
Ich besuchte den Vortrag unserer Lektoren im Maxim-Theater zum Thema Norwegen, um mich ein wenig fit zu machen für das, was uns ab dem Abend erwarten würde.
Nach einem entspannenden Tag auf See erreichte die Maxim gegen 17.30 Uhr schließlich den berühmten Felsen. Eine leichte langgezogene Dünung schaukelte das Schiff dabei sanft auf und ab. Der Himmel war bedeckt, aber die Luft klar.
Alle strömten an Deck, um den Ausführungen der Reiseleitung über Bordlautsprecher zu lauschen und diese eindruckvolle Annäherung an das Nordkapp von der Seeseite zu verfolgen. Die Maxim näherte sich bis ca. 1 Seemeile dem Felsen, um dann weiter Kurs zu nehmen auf Honningsvag, unserem heutigen Liegeplatz.
Wir waren noch beim Abendessen, als die Maxim im kleinen Hafen festmachte. Hierbei manövrierte Kapitän Nosko das Schiff rückwärts an die Pier, was bei schlechteren Witterungsverhältnissen so wohl nicht möglich gewesen wäre. Bei der vorherigen Nordlandreise hat die Maxim hier angeblich tendern müssen.
Draußen warteten schon die vielen Busse, die die Ausflugsteilnehmer zum Nordkapp befördern sollten. Nach kurzem Gedränge im Musiksalon ging es dann recht zügig los. Die Fahrt zur Aussichtsplattform dauert inklusive einer kurzen Pause ca. 45 Minuten. Auf halber Strecke gab es einen Fotostopp bei Nils, dem Samen, der in seiner Tracht und mit Rentier an der Hand geduldig für die Fotografen posierte. Wer dann noch wollte, hatte Gelegenheit, sein Erspartes in Souvenirs zu investieren, bevor es dann weiterging.
Wir hatten Glück: Zwar war der Himmel noch immer bedeckt, und die Sonne hatte ihre liebe Mühe, sich gegen die Wolken durchzusetzen, aber wir hatten eine klare Sicht vom Nordkapp-Felsen hinab über das Meer und die wunderschöne Landschaft.
Ich hatte im Vorfeld aus verschiedenen Quellen gehört, dass sich die Fahrt zum Nordkapp hinauf auch hinsichtlich des hohen Preises für die Tour (EUR 60,-) nicht lohnen würde. Dies kann ich aber absolut nicht bestätigen! Schon die Fahrt offenbart die wunderschöne norwegische Landschaft, ab und zu kreuzen Rentiere den Weg, und auch der Felsen selbst mit seiner wunderbaren Aussicht ist ein Erlebnis! Ein bisschen Glück mit dem Wetter gehört dabei vielleicht dazu, aber wo braucht man das nicht?
Wir verbrachten eine Weile dort oben, schauten uns auch die Nordkapp-Halle an. Hier hatte es mir insbesondere die "Grotten-Bar" angetan, die über 350 Sitzplätze und eine ganz besondere Atmosphäre verfügt. Überall waren kleine Teelichter in den Wänden verteilt und bei dezenter Musik hatte man auch hier einen tollen Blick aufs Wasser.
Gegen kurz vor Mitternacht - es war natürlich noch immer taghell - machten wir uns wieder auf "nach unten", weil wir noch etwas anderes Wichtiges vorhatten: Die Maxim fotografieren... ;-)
Unser Busfahrer schien entweder mit seinem Leben soweit schon abgeschlossen zu haben oder er hatte noch weitere Termine in dieser Nacht, auf jeden Fall schien er mit uns eine neue Bestzeit auf dem Weg hinunter nach Honningsvag gefahren zu sein. Wer vorher müde war, wurde hier angesichts nicht ganz unbedeutender Abgründe am Wegesrand und streunender Rentiere wieder wach... :-)
Letztlich ging natürlich alles gut, die Maxim lag in der Mitternachtssonne friedlich an der Pier, und zurück an Bord wurde bis zum Auslaufen um 01.30 Uhr im Restaurant Odessa Spaghetti Carbonara und Erbsensuppe angeboten.
Als wir uns von Honningsvag verabschiedeten, standen noch viele Gäste an Deck und verfolgten diese besondere Abendstimmung, als sich die Maxim gefolgt von einer kleinen Mövenschar auf der Innenpassage ihren Weg Richtung Tromsö bahnte.
In dieser Nacht kam ich fast gar nicht zum Schlafen, immer wieder fuhren wir vorbei an hohen Felswänden, grünen Abhängen und durch enge Passagen. Die norwegische Landschaft hatte mich sofort wieder in ihrem Bann. Nach den Bildern der kalten Küste Spitzbergens war es wohltuend, endlich wieder Vegetation zu entdecken. Das Grün an Land und die Lichtspiele von Sonne und Wolken am Himmel tauchten der Wasseroberfläche in immer wieder neue Farben... wunderschön!
|
|
||||
|
10.07.2008 - Tromsø
Am heutigen Donnerstag kreuzte die Maxim am Vormittag noch immer durch diese wunderbare Landschaft Nordnorwegens mit ihren schneebedeckten Berggipfeln und tiefgrünen Abhängen.
Ab 11 Uhr gab es mal wieder einen Frühschoppen achtern an der Neptun-Bar. Wer beim Frühstück noch nicht genug zu essen bekommen hatte, konnte sich hier nun an Leberkäse und Kartoffelsalat vollfuttern. Ich weiss nicht, wo die Menschen all das Essen hinstecken, ich hätte keinen Happen mehr runterbekommen angesichts der Fülle von sehr guten Speisen an Bord... aber... das Achterdeck war voll... ;-)
Pünktlich zum Frühschoppen riss dann auch der Himmel wieder auf, und die Maxim glitt unter der wärmenden Sonne dem blauen Horizont entgegen, immer wieder umgeben von wunderbaren Berglandschaften, kleinen roten Häusern an den Ufern und gitzerndem Fjordwasser.
Püntlich nach dem Mittagessen näherten wir uns dann Tromsø, wo bereits die "Celebrity Century" an der Pier lag. Nach einem kurzem Wendemanöver legten wir uns dann vor ihre Nase und begannen sofort mit unserem Ausflugsprogramm. ´ Wir hatten heute den Ausflug "Tromsø-Museum, Eismeerkathedrale und Storsteinen" gebucht. Auf einen Museumsbesuch hätte ich gut und gerne verzichten können, aber die Eismeerkathedrale und insbesondere die Fahrt mit der Seilbahn hinauf auf den Storsteinen war jeden Euro wert! Auf einer Höhe von ca. 420 Metern hat man einen ausgezeichneten Blick über die Stadt und die Hauptinsel Tromsøya. Hier hätte man sich noch viel mehr Zeit gewünscht, aber bei den organisierten Ausflügen steht eben immer noch mehr im Programm.
Die Eismeerkathedrale ist das Wahrzeichen der Stadt Tromsø. Sie wurde 1965 erbaut und kann Tag und Nacht besichtigt werden. Ihre außergewöhnliche Architektur sorgt durch ein wunderschönes Mosaikfenster für starken Lichteinfall, der ihren einzigartigen Charakter ausmacht. In der Zeit der hellen Mitternachtssonne gibt es täglich Konzerte, die von halb zwölf bis Mitternacht dauern und laut den Ausführungen unserer Reiseleiterin in Tromsø gut angenommen und rege besucht werden.
Soviel Zeit hatten wir natürlich nicht, und so verabschiedete sich am frühen Abend unser Schiff aus dieser schönen Stadt im hohen Norden und nahm Kurs auf Leknes auf den Lofoten.
Eine Weile noch kreuzten wir durch die malerische Landschaft, bevor die Maxim dann wieder hinaus aufs offene Meer fuhr. Für mich Zeit und Gelegenheit, endlich wieder längst überfälligen Schlaf nachzuholen.... ;-)
|
||||
|
11.07.2008 - Leknes & 12.07.2008 - Seetag
Nach einem halben Tag auf See erreichten wir gegen Mittag auf der Außenpassage die Lofoten und das kleine Örtchen Leknes. Und auch heute spielte der Wettergott wieder mit, pünktlich bei der Passage der Insel Værøy riss der Himmel auf und die Sonne strahlte was das Zeug hielt.
In Leknes kann die Maxim nicht direkt an die Pier gehen, und so wurde wieder getendert. Da wir dieses Mal keinen Ausflug gebucht hatten, unternahmen wir einen kleinen Spaziergang durch die wunderbar grüne Landschaft der Lofoten. Das Wasser funkelte tiefblau, und die Luft war ganz klar. Ein schöner kleiner Erholungstag nach all den Ausflügen und Erlebnissen der Vortage.
Gegen 21 Uhr verließen wir dann unsere Ankerposition um Kurs zu nehmen auf Geiranger. Hierauf freute ich mich schon ganz besonders, aber vorher gab es noch einen weiteren Seetag. Schade eigentlich, dass die Maxim dabei so weit von der Küste entfernt fuhr, so dass man das norwegische Festland nicht sehen konnte. Aber so genossen wir die Seeluft, und da die Sonne den ganzen Tag kräftig schien, kam auf den Außendecks fast so etwas wie Mittelmeer-Feeling auf - Liegestühle raus und den dicken Bauch in die Sonne gehalten... da hilft nur weggucken... ;-)
Ich ließ mir vorne unterhalb der Brücke die Wind um die Nase wehen und genoss diesen Tag in dem Bewusstsein, dass es wohl einer meiner letzten Tage an Bord dieses Schiffes sein würde, denn das Ende der Reise kam unaufhaltsam näher.
Hier in der Sonne kam man immer wieder ins Gespräch mit anderen Mitreisenden. Alle waren gutgelaunt, hatten wir doch bisher auf dieser Reise an allen wichtigen Punkten und Zielorten immer Glück mit dem Wetter, wurden von gutem Essen und einer engagierten Besatzung und Reiseleitung verwöhnt. Ich traf unter anderem Reisende, die das erste Mal auf der Maxim waren, und auch sie waren begeistert. Sie waren bisher mit anderen deutschen Veranstaltern unterwegs und waren von der Laufruhe und der besonderen Wohlfühl-Atmosphäre an Bord sehr beeindruckt. Es sei unglaublich schade, dass dieses einmalige Schiff außer Dienst gestellt würde, diese Aussage hörte man auf dieser Reise mehr als nur einmal...
Insgesamt war es ein sehr beschaulicher Tag, während die Maxim bei anhaltendem Sonnenschein vor der Küste Norwegens kreuzte. Am Nachmittag wurde dann seitens Phoenix-Reisen ein wenig Werbung für das neue Flaggschiff des Veranstalters gemacht:
Im Maxim-Theater stellte Helmut Rüdel die Amadea unter dem Titel "MS Amadea von Kopf bis Fuß" vor. Sie würden wir ja am nächsten Tag in Geiranger sowie am Tag darauf in Bergen auch wiedersehen. Man bemüht sich also sehr um den hohen Anteil der Maxim-Stammkunden...
Für technisch Interessierte luden Kapitän Alexander Nosko und sein Chefingenieur Sergey Malishev am frühen Abend ebenfalls in das Maxim-Theater ein. Geduldig wurden fast sämtliche Fragen der anwesenden Gäste beantwortet, mit Ausnahme derer über die Zukunft der Maxim Gorkiy sowie die Höhe der laufenden Betriebskosten des Schiffes.
Mit ausgedehnten Abendspaziergängen über die Außendecks ging mein Tag zu Ende.
|
|
||||
![]() |
|||||
|
Mitternachtssonne auf den Lofoten...
|
|||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
|
13.07.2008 - Geiranger & Ålesund
Der Wecker klingelte heute schon um 05.30 Uhr. Auf keinen Fall wollte ich die wunderschöne Einfahrt in einen der schönsten Fjorde der Welt, den Geirangerfjord verpassen. Schon im letzten Jahr war ich mit der Maxim hier und hatte es als etwas ganz außergewöhnlich Schönes empfunden.
Im Gegensatz zu der Einfahrt im vergangenen Jahr hing heute eine dicke Wolkendecke an und über den Felshängen, die majestätisch zu unseren Seiten aufragten und immer enger wurden, je weiter wir uns dem kleinen Örtchen Geiranger näherten.
Auch wenn die Einfahrt im Sonnenschein bedeutend imposanter wirkt, so gaben doch auch diese Wolkenformationen am frühen Morgen dem Fjord etwas sehr mystisches. Immer tiefer schob sich die Maxim hinein in das Fjordsystem, vorbei an schroffen Felswänden und von weit oben senkrecht hinabfallenden Wasserfällen. Einfach gigantisch!
Gegen kurz nach halb sieben wurde dann das Schiff mit dem ja schon bekannten Vogelzwitschern aus den Lautsprechern geweckt. Das Besondere heute: Das Vogelzwitschern war nicht nur in den Kabinen zu hören, nein auch auf allen Aussendecks zwitscherte es, was die ganze Fjordeinfahrt noch ergreifender machte.
Es folgten ausführliche Durchsagen der Reiseleitung als wir die Wasserfälle "Brautschleier", "Freier" und die "Sieben Schwestern" passierten. Zeitweise wurde später das Ganze noch durch klassische Musik auf den Außendecks untermalt.... eine wunderschöne Atmosphäre an diesem Sonntagmorgen!
Die Maxim führte hierbei einen kleinen Konvoi an, hinter uns kamen noch die "Spirit Of Adventure" und die "Funchal" in den Geirangerfjord.
Nachdem wir gefrühstückt hatten, ging es los zu einer ausgedehnten Fototour. Wir hatten ganz bewusst dieses Mal keinen Ausflug gebucht, weil wir die Zeit nutzen wollten, um die Maxim Gorkiy in allen Varianten ausgiebig zu fotografieren. Schließlich war es unsere letzte Fahrt mit dem Schiff, und Geiranger bietet einfach eine perfekte Kulisse.
Zu unser aller Glück kam irgendwann im Laufe des Vormittags dann auch die Sonne immer wieder hervor, und um 13 Uhr hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Das Besondere heute: Ein Treffen zwischen MS Amadea und TS Maxim Gorkiy. Als wir unseren Liegeplatz verließen, näherte sich schon die Amadea, und das wurde natürlich von Phoenix zum Anlass genommen, es ordentlich zu zelebrieren:
Es wurden Papiertaschentücher verteilt, das Videoteam ging in Position, und am Bug wurden 2 Trompeter positioniert. Als die Amadea dann näher kam, war das Gewinke natürlich groß, schließlich hatten wir vorher schon mal bei der ebenfalls passierenden Hurtigrute "Nordlys" geübt. ;-)
Die Ausfahrt aus dem Geirangerfjord war ebenso beeindruckend wie die Einfahrt am frühen Morgen. Besonders positiv erwähnenswert finde ich, dass Phoenix die Essenszeiten nach hinten verlegte, so dass man erst in aller Ruhe die Fjordausfahrt genießen und sich anschließend in die Restaurants begeben konnte.
Am Abend erreichten wir dann Ålesund. Hier war eigentlich nur ein technischer Stopp vorgesehen, um die Ganztagesausflügler wieder aufzusammeln. Aber auch hier wurde uns die Gelegenheit für einen zweieinhalbstündigen Landgang gegeben, den wir nutzten um in aller Schnelle auf den Hausberg Ålesunds, den "Aksla" zu klettern. Von oben hat man einen ganz hervorragenden Blick über die Stadt, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.
Wir hatten zum Glück unsere Aufnahmen schon auf dem Hinweg gemacht, denn oben angekommen, zogen dicke Nebelwolken auf, die die Sicht nach unten in Minutenschnelle komplett verschleierten.
Unten zurück hatte sich das Wetter merklich verschlechtert, und so waren wir froh, als wir wieder unser gut gewärmtes Schiff erreichten, wo es heute im Lido-Café leckeren Sauerbraten und zum Nachtisch Eis in Hülle und Fülle gab... ;-)
|
||||
|
|||||
|
Die Maxim im Geirangerfjord....
|
|||||
|
|||||
|
Das Hurtigruten-Schiff "Nordlys" ging zügig an der "Amadea" vorbei...
|
|||||
|
|||||
|
... bevor sich die "Amadea" auch endlich ihrem Ankerplatz nähern konnte.
|
|||||
|
|
|||||
|
14.07.2008 - Bergen
Bergen machte seinem Ruf heute alle Ehre ... "et ränt in d' Fjord" sozusagen und das ganztags. Die Wolken hingen schon tief, als wir uns im Byford der zweitgrößten Stadt Norwegens näherten, und auch die Durchsagen der Reiseleitung, dass es sich doch eigentlich nur um "nasse Sonnenstrahlen" handelte, nutzten nicht viel.
Mit uns heute im Hafen waren die "Celebrity Century", die "Spirit Of Adventure", die "Silver Cloud" und die "Amadea", die allerdings genau am anderen Ende der Stadt lag, so dass eine gegenseitige Besichtigung zwar möglich, aber mit einem langen Fußmarsch verbunden war.
Am frühen Nachmittag kam dann noch die "Minerva", die ehemalige "Alexander von Humboldt" in den Hafen, erwischte jedoch einen Zeitpunkt als der Regen besonders intensiv aus allen Wolken fiel. Nichtsdestotrotz wollte ich mir das Einlaufen nicht entgehen lassen. Nachdem wir die ganze Reise über so gutes Wetter gehabt hatten, lernten wir jetzt, warum es gut war sich eine gute Regenjacke zu besorgen und auf diese Tour mitzunehmen. ;-)
Zum Glück hatte ich keine Landausflüge gebucht und schon gar nicht die Wanderung am Berg Fløyen! So zog ich trotz des schlechten Wetters auf eigene Faust los, vormittags um die Maxim im Hafen zu fotografieren und noch ein paar Souvenirs für zu Hause zu besorgen, nachmittags dann um eine Ecke Bergens zu besichtigen, die ich vorher noch nicht kannte. Schön, dass wir hier heute eine so lange Liegezeit, die von 8.00 Uhr bis 21.00 Uhr dauerte, hatten. Nicht so schön, dass sich die Stadt durchgängig im "Dauerwaschgang" befand....
Dennoch, zu Bergen gehört nun mal der Regen, und ich kann nicht sagen, dass mir der Tag nicht gefallen hätte. Mit entsprechender Kleidung geht alles, zumal man ja auch zwischendurch immer wieder an Bord mit leckerem Mittagessen oder nachmittags mit Kaffee und köstlichem Kuchen verwöhnt wurde.
Gegen 17.00 Uhr legte dann die "Century" ab, was einige vom Achterdeck aus verfolgten.
Zu unser aller Glück konnte unser Auslaufen dann später bei trockenem Himmel und aufgelockerter Bewölkung erfolgen, so dass man schon mit gemischten Gefühlen an Deck stand, als für uns die Auslaufmelodie zum letzten Mal erklang und es hieß, dass wir nun Kurs auf Bremerhaven nehmen würden.... Wer wollte denn da hin..?? ;-)
Und so stand ich noch lange an Deck, als sich die Maxim durch die wunderschöne Landschaft des Byfordes schlängelte, hindurch unter imposanten Brücken und vorbei an kleinen malerischen Häuschen, die teils direkt am Ufer lagen.
Am Abend luden Chefkoch Dino Schwager und sein Team noch zu einer kleinen Küchenführung mit anschließendem Late-Night-Snack im Odessa ein. Interessant wars, aber arbeiten möchte ich in diesen engen Räumen nicht. 35 Köche sind an Bord der Maxim für das kulinarische Wohlergehen der Gäste verantwortlich. Das Essen an Bord war die ganze Reise über sehr gut, die tägliche Tee- und Kaffeestunde mit den vielen leckeren Törtchen jeden Tag ein kleines Highlight. Und an Bord eines Schiffes mit russischer Besatzung lernt man eben auch, dass nachmittags zu Kaffee und Kuchen auch schon mal ein kleines Glas Wodka gehört.. ;-)
Am heutigen Late-Night-Snack im Restaurant Odessa vergriff ich mich jedoch nicht und fiel stattdessen müde und zufrieden in meine Koje...
|
|
||||
|
|||||
|
|||||
|
15.07.2008 - Lysefjord & Seetag
Unser letzter Seetag hatte begonnen und dies ziemlich spektakulär: Wir fuhren in den Lysefjord ein, in einiger Entfernung gefolgt von der "Amadea", die wir irgendwann am frühen Morgen erneut überholt hatten.
Faszinierend im Lysefjord waren die steil herabfallenden Felswände, die im Zusammenspiel mit dem einfallenden Licht und dem funkelnden Wasser eine wunderbar faszinierende Stimmung erzeugten. Wir passierten den "Prekestolen", den "Predigtstuhl", wie der besonders markante Aussichtspunkt über dem Fjord genannt wird.
Kurz danach wendete die Maxim um wieder Kurs zu nehmen auf das offene Meer. Unterhalb des "Prekestolen" trafen sich dann Maxim Gorkiy und Amadea erneut, nicht ohne großes Gewinke und laute Rufe von beiden Schiffen... :-) Anschließend hieß es also Abschied nehmen von Norwegen, die Heimat war unser nächstes Ziel, ob wir das nun wollten oder nicht.
Am Abend wurden wir allerdings nochmal richtig verwöhnt: Im Musiksalon verabschiedeten sich die Reiseleitung und die Schiffsleitung im Musiksalon beim Abschiedscocktail von den Gästen, bevor dann in den Restaurants in festlicher Atmosphäre das Abschieds-Gala-Dinner serviert wurde.
Die Speisen waren wieder einmal ausgezeichnet und wurden am Ende gekrönt durch die "Maxim Gorkiy Eisparade", bei der die Servicedamen die Eistorte garniert mit Wunderkerzen erst mal singend durch den Raum trugen, bevor dann serviert wurde. Auf jeder Kreuzfahrt immer wieder ein wunderbarer Abschluss!
Danach hieß es Koffer packen, während sich noch viele bei der Abschiedsshow im Musiksalon amüsierten. An diesem Abend lief ich noch lange über Deck, das ich fast für mich alleine hatte und nahm innerlich Abschied von diesem Schiff, das mich insgesamt mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet hatte.
Irgendwie kommt man da schon ein wenig komisch drauf, wenn man alleine vorne unterhalb der Brücke steht und vor dem Bug der Vollmond rund und hell am dunklen Himmel leuchtet...
|
||||
|
16.07.2008 - Ankunft in Bremerhaven
Besonders gut geschlafen hatte ich diese letzte Nacht nicht, wusste ich doch, dass das Auschecken noch nie zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört hatte. Und heute schon gar nicht.
Pünktlich um kurz nach 9 Uhr machte die TS Maxim Gorkiy dann an der Columbuskaje in Bremerhaven vor der Amadea fest. In den Restaurants wurde das leckere Sekt-Abschiedsfrühstück serviert. Großes Verabschieden war angesagt, von unseren netten Tischnachbarn, Bekannten, Teilen der Reiseleitung und unseren drei Kellner(innen) Irina, Darya und Valerij, die uns 18 Tage so perfekt und jederzeit freundlich bewirtet hatten.
5.065 Seemeilen lagen hinter uns, dies entspricht einer Entfernung von 9.380 Kilometern, unbeschreiblich schöne Ziele an Bord eines wunderbaren Schiffes mit dieser ganz besonderen persönlichen Atmosphäre und der großen Geschichte.
Beim Auschecken spielte die Bordband, während Reiseleiter Thomas und Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka jeden Gast einzeln mit Handschlag verabschiedten.
Do Swidanja, TS Maxim Gorkiy! Es war richtig schön!
Als ich an Land dann in der regionalen "Nordseezeitung" blätterte, fand ich bei den Tagesterminen für Bremerhaven ein Foto. Es zeigte unser Schiff, die Maxim, und dass sie heute von 9 bis 19 Uhr in Bremerhaven sein würde.
Genauso kannte ich es aus meinen früheren Jugendtagen... damals bin ich aufgrund dieser Zeitungsartikel an die Columbuskaje gefahren... jetzt jedoch gings ab nach Hause...
|
|
||||
|
|
|||||
| Kleines Fazit oder so ähnlich.... | |||||
|
Es war eine wunderbare Reise. Wir müssen wohl irgendwo einen Engel an Bord gehabt haben, bei dem Glück, das wir mit dem Wetter an fast allen entscheidenden Punkten hatten. Die Route selbst ist ein Traum, im Hinblick auf die einzelnen Ziele aber auch auf das Verhältnis von Seetagen und Landtagen.
Zum Schiff braucht man eigentlich gar nicht viel zu sagen, die vielen Fans des alten Liners sprechen eine deutliche Sprache. Es hat aber auch alles gestimmt, vom guten Essen über die stets gut gelaunte und hilfsbereite Reiseleitung und das freundliche osteuropäische Besatzungspersonal. Im Restaurant Odessa hatten wir auf dieser Reise den besten Service, den wir je an Bord der Maxim erlebt hatten, hier kann sich manche Servicekraft in Deutschland eine gewaltige Scheibe abschneiden. Die Maxim selbst ist nach wie vor in einem sehr guten Erhaltungszustand, auch unterwegs wird immer wieder repariert, geschliffen und gepinselt, so dass es ein echter Jammer ist, dass es für dieses Schiff ab November auf dem deutschen Markt wohl keine Zukunft mehr zu geben scheint.
Es mag modernere Schiffe geben, es mag Schiffe mit jüngerem Unterhaltungsprogramm, mehr Balkonkabinen oder riesigem Wellness-Areal geben, ja. Aber es wird schwer, ein Schiff zu finden, das geprägt ist von dieser besonderen Atmosphäre, die die Maxim auszeichnet. Wer dieses Schiff kennt, weiß die eigene Seele dieses Liners zu schätzen, die das Schiff in Verbindung mit einer ausgesuchten Routenplanung zu teils außergewöhnlichen Zielen durch Phoenix bei sehr gutem Komfort so einzigartig macht.
Es dürfte schwer fallen, einen geeigneten Nachfolger - sofern es so etwas überhaupt geben kann - zu finden. Die Verbindung von klassischer Silhouette und osteuropäischer Besatzung hat viele Fans und es bleibt zu hoffen, dass Phoenix die Maxim nicht durch ein neumodisches Schiff mit zig Balkonkabinen ersetzen wird, das eher den Charakter eines "umgefallenden Hotelhochhauses" hätte, als den eines richtigen Schiffes im klassischen Sinne. Es wird spannend bleiben, diese Entwicklung zu verfolgen.
Mit der TS Maxim Gorkiy verliert der deutsche Markt definitiv ein wunderschönes Original mit einer großen Vergangenheit, das weltweit seinesgleichen sucht.
|
|||||