MiniCruise mit der MS Deutschland im August 2009

Unterwegs im Schlaraffenland auf See.... 

Travemünde - Binz/Rügen - Warnemünde - Travemünde

 

 

 

Nachdem ich im vergangenen Jahr bereits eine Kurzreise mit der MS DEUTSCHLAND gemacht hatte

und dort völlig überrascht wurde, in welch lockerer und entspannter Atmosphäre die Gäste an Bord

des Fernseh-Traumschiffs verwöhnt wurden, freute ich mich in diesem Jahr besonders auf diese Tour.

 

Wieder war es "nur" eine Kurzreise, wieder war es nur eine kurze Auszeit aus dem Alltag und wieder

galt es, ein verlängertes Wochenende zu genießen auf einem Schiff, das mich im vergangenen Jahr

so sehr beeindruckt hatte. Am Freitag, den 28.08.2009 ging es also mit der Bahn Richtung Travemünde.

 

Bereits am kleinen "Travemünde Strandbahnhof" wurden wir von freundlichen Deilmann-Mitarbeitern empfangen,

die unser Gepäck entgegennahmen und auf den bereitstehenden Shuttle-Bus zum Schiff verwiesen.

Da wir noch genügend Zeit hatten, gaben wir unsere Koffer auf und machten uns auf zu einem kleinen

Spaziergang durch den Ort, entlang des Strandes bis hin zum Liegeplatz der DEUTSCHLAND.

 

Hier standen bereits unzählige Schaulustige, die das Schiff und das Eincheck-Prozedere am Zaun beobachteten.

 

 

   
     
 

 

 

 

 

 

 

Der Check-In verlief sehr zügig, eine kleine Kapelle spielte, und wie schon im vergangenen Jahr

wurde den wartenden Gästen Sekt serviert. Wenige Augenblicke später, nachdem die kleine

Gangway erklommen war, wurden wir von Hoteldirektor Willy Gebel und weiteren Mitarbeitern

persönlich begrüßt und von einer gut gelaunten Hostess zur Kabine begleitet.

 

Bei der Kabine hatten wir dieses Mal großes Glück: Wir hatten eine "Garantie-Innenkabine" gebucht

und somit wurde uns die Zimmer-Nummer erst mit den Reiseunterlagen mitgeteilt. Diese lag nun aber

nicht unten auf Deck 4 wie erwartet, sondern ein paar Kategorien höher auf Deck 8, dem Admiralsdeck.

 

Sie war deutlich geräumiger, die edlen Hölzer strahlten eine warme Atmosphäre aus und der kleine

Obstteller fehlte natürlich ebenso wenig wie der obligatorische Sektkübel zur Begrüßung.

 

 

 

 

Nachdem die Kabine, in der auch nicht das kleinste Staubkorn zu finden war, ausgiebig

inspiziert war, ging es dann zu einem kleinen ersten Spaziergang über Deck:

 

 

   

 

Um 17.30 Uhr hieß es dann "Antreten zur Rettungsübung", die zügig und professionell abgewickelt wurde.

Eine Besonderheit für mich war, dass der Kapitän Andreas Greulich persönlich die vier Sammelstationen

besuchte und dort eine kleine Ansprache hielt. Sehr locker, freundlich und gut gelaunt.

 

Alles in allem war es von Anfang an wieder da, dieses Gefühl des "zu-Hause-seins" und die familiäre Atmosphäre,

die zu keinem Zeitpunkt gekünstelt oder aufgesetzt wirkte. Das Personal war stets sehr zuvorkommend, und so fiel

es uns wieder leicht, von Anfang an abzuschalten und diese Reise zu genießen.

 

Der Alterdurchschnitt der Passagiere erschien deutlich niedriger als auf manch anderem deutschen Schiff, so dass vom

kleinen Kind über junge Erwachsene bis hin zu den Senioren jede Altersgruppe zahlreich vertreten war.

 

Überhaupt empfand ich es bei dieser Fahrt mit der DEUTSCHLAND als besonders auffallend, dass alle Reisenden durchweg einen

gelösten und gut gelaunten Eindruck machten. Keine Nörgeleien, keine lästiges Reservieren von Liegen am Pool, keine mürrischen

Gesichter... die positive Stimmung auf diesem Schiff übertrug sich augenscheinlich sehr schnell auf die Gäste und trug somit

 auch dazu bei, dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren konnte: Es sich an Bord und auf See richtig gut gehen zu lassen.

 

 

Nach der Rettungsübung ging es dann ins Restaurant Berlin zum ersten Abendessen:

 

 

 

 

 

 

Das 7-Gänge-Menü, das uns hier erwartete, war hervorragend. Der Service am Tisch erfolgte

professionell und reibungslos, dabei stets freundlich und - für mich besonders wichtig - sehr ungezwungen.

Man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in irgendeiner Form elitär oder abgehoben bedient zu werden.

Alles verlief zügig, locker und zuvorkommend - und qualitativ auf sehr hohem Niveau.

 

Kurz vor 20 Uhr hielt es mich dann aber doch nicht mehr auf dem Restaurant-Stuhl. Das Auslaufen

stand bevor und das wollte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Mit Video- und Fotokamera bewaffnet

ging es also raus an Deck. Draußen spielte bereits eine Kapelle lautstark zum Abschied, und

 auf den Außendecks wurde Sekt serviert sowie Deilmann-Stofftücher zum Winken verteilt.

 

Kapitän Greulich machte eine kurze Durchsage über die Bordlautsprecher und wenige Minuten später ging

es los: Die Traumschiff-Melodie erklang und mit lautem Hupen setzte sich die DEUTSCHLAND in Bewegung.

 

Ein beeindruckender Moment für mich: Als wir die Viermast-Bark PASSAT (Schwesterschiff der KRUSENSTERN ex PADUA)

erreichten, wurden wir von ihr per Schiffshorn gegrüßt, was wir ebenfalls erwiderten.

 

Am Besten wird die ganze Auslauf-Szene eigentlich im Video deutlich:

 

 

 

 

 

 

 

An diesem Abend spielte das Wetter noch mit. Es wehte ein lauer Wind, so dass man es gut

auf den Außendecks aushalten konnte. Im Außenbereich der Bar "Zum Alten Fritz" wurden

spät am Abend noch Würstchen mit leckerem süßen Senf angeboten, und da wir ja nicht

zum Fasten an Bord gekommen sind, ließen wir uns die auch gut schmecken... ;-)

 

Außenbereich "Zum Alten Fritz" bei Tag In der Bar "Zum Alten Fritz"

Und der Klabautermann hört zu... ;-)

 

 

Auf dieser Reise waren Teilnehmer der Kreuzfahrt-Foren www.kf-forum.de sowie des

www.kreuzfahrten-treff.de mit von der Partie. Und so kam es immer wieder zu "forenübergreifenden"

Treffen an Bord, wo man sich beim Cocktail oder einem leckeren Bier vom Fass über

seine Erfahrungen und Erlebnisse austauschen konnte. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht

und auch hier bot sich die Bar "Zum Alten Fritz" immer wieder ideal an.

 

Apropos Getränke an Bord: Die Nebenkosten auf der DEUTSCHLAND sind entgegen vielen

Erwartungen erstaunlich gering. Für eine Cola oder ein Bier vom Fass beispielsweise zahlt man derzeit nur € 2,30.

Da könnte sich so manch internationaler Kreuzfahrtanbieter mal eine Scheibe abschneiden, der bei günstigem

Reise-Grundpreis dafür mal locker mehr als das Doppelte nimmt, und damit deutliche Nebenkosten verursacht.

 

Wie auch immer, am Ende diesen Tages freute ich mich auf die Kabine und mein Bett mit der

extrem bequemen Matratze und der kleinen Schokolade auf dem Kopfkissen... ;-)

 

 

Der nächste Tag begann sonnig. Zwar wehte ein kräftiger Wind, aber die See war

noch ruhig, als wir langsam in einiger Entfernung an Rügens Kreideküste vorbeifuhren.

Also schnell angezogen und ab ins Feinschmecker-Buffet-Restaurant "Lido Gourmet".

 

Hier gab es alle Leckereien, die man sich so vorstellen konnte. Von verschiedenen Brot- und

Brötchensorten, über frisches Obst, Joghurts, Müsli, Lachs, leckere Soßen bis hin zu kleinen

Teilchen, teils auch für Diabetiker,  an alles war gedacht. Und natürlich fehlte auch

nicht der Sektkübel, der den morgendlichen Prosecco kühlte.

 

Das "Lido Gourmet" ist in sehr warmen Tönen gehalten und verfügt wie auch das

"Restaurant Berlin" über große Fensterfronten, so dass von überall der Blick aus Meer inklusive war.

 

Hier ein paar Bilder:

 

 

 

 

 

Wir hatten das Frühstück noch nicht ganz beendet, da meldete sich Kapitän Andreas Greulich

über die Bordlautsprecher. Wir waren vor Binz, unserem heutigen Tagesziel, angekommen und

hätten eigentlich mit den Tenderbooten an Land gebracht werden sollen. Aufgrund der starken Winde

und der Prognose, dass die Windstärke im Laufe des Tage noch auf 7 - 8 ansteigen sollte, entschied

der Kapitän, dass unser heutiger Landgang auf Rügen aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde.

 

Stattdessen drehten wir nun ab und nahmen vorzeitig Kurs auf Warnemünde, das wir gegen 15 Uhr erreichen sollten.

 

Ich war nicht enttäuscht über diese Entscheidung. Zum einen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Tenderboot-Fahren

bei hohem Wellengang nun wirklich kein Vergnügen ist, zum anderen hatte ich an der ganzen Fahrt bisher

eigentlich nur eines zu bemängeln: Es fehlte ein Seetag. Und den hatte ich nun. Besser konnte es doch nicht laufen. ;-)

 

Nun war ausgiebig Zeit, das Schiff zu erkunden und bei zwar starkem Wind, aber zumindest anfangs noch

strahlendem Sonnenschein über die DEUTSCHLAND zu flanieren und die Seeluft zu genießen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Je näher wir Warnemünde kamen, desto mehr verdunkelte sich der Himmel.

 

 

Zeit für einen Rundgang im Inneren des Schiffes: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kaisersaal

 

 

 

Im gemütlichen Salon LILI MARLEEN wird das Spätaufsteher-Frühstück und die elegante Kaffee- und Teestunde angeboten.

 

Diverse Skulpturen finden sich auf dem ganzen Schiff.

 

"Der Alte Fritz", stilecht vor der gleichnamigen Bar

 

Fitness und Sauna mit wunderbarem Blick auf das Kielwasser...

 

Das Innen-Schwimmbad auf dem Kur-Deck

 

 

Bei der Einfahrt in den Hafen von Warnemünde hat uns dann eine Regenfront

voll erwischt, die aber nette Impressionen am Himmel bot:

 

 

 

 

 

 

Das schlechte Wetter hielt aber zum Glück nicht lange an. Bald war die Sonne wieder

da und wir konnten an Land. Natürlich nicht, ohne das Schiff ausgiebig zu fotografieren. ;-)

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend war dann Gala angesagt. Kapitänscocktail und Gala-Abendessen standen auf dem

Programm und das hieß ja nichts anderes, als dass wieder mal ausgiebig geschlemmt werden durfte.;-)

 

Einziger Kritikpunkt: Auf die berühmte Eisparade wurde auf dieser Reise aus welchen Gründen auch immer

 verzichtet. Das wäre quasi das i-Tüpfelchen des Abends gewesen, aber wir ließen uns das Essen auch so gut schmecken:

 

 

Carpaccio vom Rinderfilet in Limonen-Basilikumpesto

an Kresse und gehobeltem Parmesan

 

Gekräuterter Frischkäse im Gurkenmantel

auf Tomaten-Schalottenkompott

 

Hirschrücken im Rosenkohlmantel

an Pfeffer-Erdbeeren, Kaffee-Schokoladenjus und Cavatelli

 

 

Traumschiffdessert Variation "MS Deutschland"

Waldmeistercrème-Brulée, Pflaumenstrudel mit Eierlikörsauce

und Schokoladen-Passionsfruchtparfait

 

 

 

Klar, dass es dennoch später am Abend noch die leckeren Würstchen mit  süßem oder normalem Senf im "Alten Fritz" gab. ;-)

 

 

Am folgenden Sonntagmorgen stand um halb elf eine Brückenbesichtigung an. Zu Beginn der Reise konnte man sich

bei Interesse bei der Rezeption melden und so wurde eine kleine Gruppe vom 2. Offizier fachkundig, kurzweilig und

gut gelaunt über die Kommandozentrale der DEUTSCHLAND geführt. Eine knappe Stunde dauerte das Ganze

und war für mich schon ein besonderes Erlebnis und ein weiteres Highlight dieser Fahrt.

 

Dadurch dass wir noch bis 23 Uhr in Warnemünde bleiben sollten, blieb genügend Zeit, um zwischen den

Mahlzeiten den kleinen Ort zu erkunden und bis zum Strand zu spazieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jede schöne Zeit hat irgendwann einmal ein Ende, und so war es auch auf dieser Reise.

Es war unser letzter Abend an Bord, pünktlich um 23 Uhr waren die Leinen los und die

DEUTSCHLAND nahm - wie gewohnt mit lautem Gehupe und der Traumschiffmelodie -

Kurs auf Travemünde, wo wir am nächsten Morgen um 7 Uhr festmachten.

 

 

 

 

 

 

 

MS DEUTSCHLAND am Abend in Warnemünde

 

 

 

 

Mein persönliches Fazit:

 

Ich erinnere mich noch, mit welcher Skepsis und Bedenken ich im vergangenen Jahr meine erste

Fahrt mit der DEUTSCHLAND antrat und mit welcher Begeisterung ich wieder von Bord ging. An dieser

Begeisterung hat sich nichts geändert. Dieses Schiff fährt völlig zu Recht im 5-Sterne-Segment, sie

ist ein schwimmendes Grand Hotel auf See, auf dem der Gast mit eleganter Gelassenheit und

perfektem Service verwöhnt wird. Und dies stets, ohne elitär oder abgehoben zu wirken.

 

Das Schiff selbst ist in einem tadellosen Erhaltungszustand. Staub, Flecken auf Teppichen oder an Wänden

sucht man hier vergebens, die Möblierung und Einrichtung ist sehr edel und die Teakholzdecks werden täglich vom

fleißigen Personal in Schuss gehalten. Die DEUTSCHLAND ist konsequent im Stil der Zwanziger Jahre gehalten,

was dem Schiff einen einzigartigen Charakter verleiht. Stilecht von Bug bis Heck im Stil der alten Ozeanliner.

 

Preislich rangiert die DEUTSCHLAND da, wo ein Produkt dieser Klasse hingehört. Sie ist sicher nicht billig, aber

das darf sie auch gar nicht sein. "Preiswert" jedoch ist sie allemal, alleine das Essen ist ein Hochgenuss und jeden

Euro wert. Der perfekte Service, das stilsichere Ambiente und die Wohlfühlatmosphäre tun ihr Übriges, um

sich an Bord rundum wohlzufühlen. Darüber hinaus sind die Nebenkosten für Getränke erstaunlich gering.

 

"Deutsche Kreuzfahrttradition" - so der Slogan der Reederei. Für mich persönlich trifft die Bezeichnung "Perfektion"

mindestens ebenso zu. Dies war mit Sicherheit nicht die letzte Reise mit dem Traumschiff, so dass in der

nächsten Zeit mal wieder eines ganz oben auf dem Plan steht: Sparen, sparen, sparen... ;-)

 

 

Allzeit gute Fahrt, MS DEUTSCHLAND!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar  Daten zur MS DEUTSCHLAND:

 

Tonnage: 22.496 BRZ
Länge: 175 m
Breite: 23 m
Baujahr: 1998 Howaldtswerke Deutsche Werft AG Kiel
Tiefgang: 5,79 m
Antrieb: 4 Hauptmotoren / 16.750 PS
Reisegeschwindigkeit:  21 kn
Passagiere: 520
Besatzung: 280
Bordsprache: deutsch
Flagge:  deutsch
Reederei: Peter Deilmann

                            

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